Rund um das Genehmigungsverfahren für einen Spitzenkessel am Standort des Kraftwerks Shamrock in Eickel wurde der Herner Politik ständig vermittelt, dass das geplante neue E.ON Kraftwerk in Datteln zukünftig die Fernwärmeversorgung in Herne übernehmen soll. Noch in einer der letzten Umweltausschusssitzungen betonte der zuständige Dezernet Jan Therhoeven, dass ohne Datteln die Beheizung zahlreicher Wohnungen in Herne nicht sichergestellt sei.
Neueste Informationen lassen jetzt die Glaubwürdigkiet von E.ON und Verwaltung in einem neuen Licht erscheinen. Der Kraftwerksstandort in Datteln ist gar nicht an das Fernwärmenetz für den Bereich Herne angeschlossen. Hierzu wäre erst der Bau einer neuen Leitung notwendig. Hierfür gibt es aber kein Planfeststellungsverfahren! Ohne dieses Verfahren kann aber keine Leitung gebaut werden und ein solches Verfahren dauert unter Umständen recht lang.
Es steht also die Frage im Raum, warum E.ON dieses Verfahren nicht schon längst beantragt hat und warum der Herner Planungsdezernent die Politik nicht darüber informierte, dass für den Fernwärmeanschluss kein Planfeststellungsverfahren anhängig ist. Terhoeven nimmt es offenbar bei E.ON mit der Transparenz nicht so ganz genau. So hat er bereits bei der Herner Stellungnahme zum Spitzenkesselbau in Herne-Eickel gegen das Herner Ortsrecht verstossen, den Umweltauschuss übergangen und das Entscheidungsrecht des Planungsausschusses ausgehebelt.
Der geschilderte Sachverhalt unterstützt die Forderung , dass E.ON und Steag sich zusammensetzen und die Fernwärmeversorgung Hernes sichern, ohne dass es eines neuen Kessels am Standort Shamrock bedarf. Damit wäre den AnwohnerInnen in Holsterhausen am besten gedient. Auf ein neues Kohlekraftwerk Dattlen IV könnte dann auch noch verzichtet werden.
Dirk Gleba ist Ratsmitglied in Herne und Vorsitzender des Umweltausschusses.